01.06. Kathmandu – Verlosung

Heute wurden die Gewinner unseres Mt. Everest Grußkarten-Gewinnspiels in Kathmandu gezogen.

  • Matterhorn-Besteigung für 1 Person mit Georg Leithner: Andrea G. aus Zell (Ö)
  • Großglockner-Besteigung für 2 Personen mit Markus Amon: André M. aus Jena (D)
  • CLEARSKIES Reisegutschein im Wert von € 500,-: Arnold W. aus Murau (Ö)
  • Expeditionszelt Mc Kinley Quantum: Anton K. aus Zell (Ö)
  • Je ein Expeditionspaket von P. Jentschura im Wert von € 120,- erhalten
    • Ilse K. aus Bruck (Ö)
    • Helen Z. aus Zürich (CH)
    • Eduard Z. aus Salzburg (Ö)

Wir gratulieren den Gewinnern sehr herzlich!

Die Gewinner werden noch schriftlich verständigt.

31.05. Kathmandu

Nach 8 Wochen am Berg und im Hochgebirge sind wir gestern nach einem
kurzen Flug gut, aber noch ohne Gepäck und Ausrüstung in Kathmandu
gelandet und haben uns, nach 8 Wochen Lodge und Zelt in unserem
gemütlichen Hotel einquartiert. Gestern hatten wir Glück und sind mit
dem wohl letzten Flieger aus Lukla abgeflogen, hinter uns wurde der
Flughafen wegen des schlechten Wetters aufgrund des Monsuns geschlossen.
Deshalb warten wir noch auf unsere gesamte Ausrüstung, die nun
hoffentlich in den kommenden Tagen nach Kathmandu geflogen wird. Wir
werden nun noch 3 Tage hier verbringen und die Expedition abschließen:
Cargo verpacken (sofern alles „on time“ hier ankommt), und vor allem die
letzten offiziellen Gänge tätigen, die eine solch aufwändige Expedition
mit sich bringen…

Vor dem Abstieg aus dem Basecamp

Die letzten Tage im Khumbu nach unserem Abstieg vom Berg waren noch
ziemlich ereignis- und arbeitsreich. Innerhalb von 2 Tagen unser
gesamtes Basislager abbauen, säubern, Ausrüstung zusammentragen und
wieder verpacken und verstauen, Zelte trocknen usw…

Abbau des Basislagers

Am 27.05. ist dann pünktlich unsere Yak Karawane eingetroffen, die rasch
beladen wurde und wir haben unseren 3-tägigen Abstieg begonnen.

Die Yaks werden beladen

Drei relativ lange aber für uns auch sehr entspannende Tage Abstieg: vom
EBC nach Pangboche, nach Namche Bazaar und schließlich nach Lukla, wo
wir am 29.05. am Abend angekommen sind. Interessantwerweise, wobei wir das mittlerweile schon erahnt hatten: wir waren nahezu die Einzigen
Bergsteiger, die diese Strecke zu Fuss gegangen sind, nahezu ALLE
anderen Bergsteiger lassen sich aus dem EBC per Hubschrauber nach Lukla oder gar nach Kathmandu fliegen! Auch wieder eine Art, die uns nicht entspricht. Für uns ist es einfach wichtig, die Expedition zu Fuss
abzuschließen und uns der Zivilisation in langsamen Schritten
zu nähern.

Blick zurück zum Basislager von Gorak Shep

3 Tage um aus dem Hochgebirge abzusteigen, Schritt für Schritt die
dickere Luft zu erleben, die Vegetation zu sehen. Bei Tengboche haben
wir die letzten blühenden Rhododendren gesehen, einiges an Blumen,
Vogelgezwitscher und auch Schritt für Schritt wärmere und feuchtere
Luft… Innerhalb von 3 Tagen aus dem quasi ewigen Winter des
Hochgebirges in den Sommer rein… Ein Erlebniss das für uns die
Expedition abschließt und abrundet – möchten wir um kein Geld der Welt
missen!
Was nun bleibt, sind viele Erinnerungen. Viele offene Fragen bzgl.
unsere Taktik am Berg, bzgl. der Wettervorhersagen und des Wetters im
Allgemeinen. Ich denke die Saison 2017 war im gesamten Himalaya sehr
schwierig! Hier in Kathmandu haben wir schon viele Leute getroffen und
mit vielen Mehr geredet, die Saison war auf allen Achttausendern
schwierig. Viele Expeditionen wurden ohne Gipfelerfolg abgebrochen, am
Makalu, an der Annapurna, an der Shisha Pangma, am Dhaulagiri…
Natürlich gab es an diesen Bergen teilweise auch geglückte Besteigungen,
aber die meisten „anspruchsvollen“ Projekte, also entlang spezieller
Routen, bzw. ohne Sauerstoff oder wie wir geplanten hatten, im
Alpinstil, konnten nicht erfolgreich durchgeführt werden. Ein großer
Dank jedenfalls an Karl Gabl, der uns mit Wetterinfos versorgt hat und
uns somit bestens unterstützt hat. Es war sicherlich kein einfaches Jahr
für die Meteorologen!!
Nun, in Bezug auf den Erfolg: wird der Erfolg nur durch das Erreichen
des Gipfels definiert, so waren viele dieser Expeditionen nicht
erfolgreich – aber viel wichtiger ist wohl, dass man gesund und ohne
bleibenden Schaden wieder zurückkehrt. Alleine am Everest spricht man
heuer von bis zu 11 Toten – die Zahlen sind wiedersprüchlich und nicht
bestätigt, aber auch viele teils sehr schwere Erfrierungen (ganze Hände
müssen amputiert werden, oder auch viele Zehen…). Schäden, die wir zum
Glück nicht verzeichen!! Uns, Markus und mir selbst aber auch unseren
früheren Expeditionspartnern war es immer das größte Anliegen, gesund
und ohne Schaden bzw. Erfrierungen wieder abzusteigen!! Der Berg bleibt
ja bekanntlich stehen – aber Gliedmaßen wachsen nicht wieder an…
Und wir haben es wieder geschafft, als Freunde zurück zu kehren.
Natürlich gibt es in solchen Ausnahmesituationen, wie wir sie im Zuge
der letzten 8 Wochen erlebt haben, auch Unstimmigkeiten, aber das
Wichtige ist, dass wir uns nach wie vor als Freunde betrachten, das
gemeinsame Erlebte uns VERBINDET und nicht entzweit! Und wir das
gemeinsame Bier hier in Kathmandu genießen können…
Selbstverständlich hätten wir am Berg anders entscheiden können, im
Lichte der damals zur Verfügung stehenden Informationen ein Risiko
eingehen und vielleicht auch den Gipfel erreichen können. Aber uns war
das Risiko im damaligen Moment einfach zu groß. Alpinstil auf über 8000
Meter, bzw. auf dem höchsten Berg der Welt, da sollte alles
zusammenpassen und optimale Bedingungen vorherrschen. Ich denke, das sind Markus und ich auch unseren Familien schuldig. Unsere Familien haben uns nun insgesamt fast 9 Wochen entbehrt und sicherlich auch 9 Wochen mitgefiebert, mitgelitten und wohl auch einiges an Anspannung,
Unsicherheit und Angst verspürt.
Ich möchte mich bei meiner Familie und ganz speziell bei meiner Frau
Astrid an dieser Stelle für das entgegen gebrachte Vertrauen bedanken,
für die bedinungslose Unterstüzung im Zuge dieses Projektes, dass sich
ja nicht nur über 9 Wochen sondern eigentlich schon bald über fast 2
Jahre hinzieht, und dafür, dass ich die Möglichkeit bekommen habe,
diesen Traum zu leben. Ich hätte gerne den Gipfelerfolg „mit nach Hause“
gebracht, aber mindestens kann ich gesund nach Hause, mit der
Gewissheit, dass ich dem entgegengebrachten Vertrauen gerecht geblieben
bin. Ich denke, das kann man auch schlicht verantwortungsbewusst nennen.
Was wir am Everest gesehen und erlebt haben, hat uns teilweise
regelrecht schockiert! Ca. 95% der „Bergsteiger“, die den Berg besteigen
wollen, sind dort leider gänzlich fehl am Platz. Viele haben noch nie
Steigeisen benutzt bzw. angezogen, manche haben noch nie einen Berg
bestiegen… 95% sind mit Flaschensauerstoff unterwegs, viele ab Lager 2
(6500m), fast alle spätestens ab Lager 3 (7000m). Es werden Unmengen an Sauerstoffflaschen am Berg transportiert, um diesem Bedarf gerecht zu
werden.
Natürlich sind es die Sherpas, Hochträger und Guides, die als wahre
Helden dies ermöglichen, für einen relativen „Hungerlohn“.
Viele dieser Bergsteiger tragen kaum etwas selbst auf den Berg – wenn
man sieht, dass viele davon mit einem Mini-Rucksack mit maximal 35-40
Litern unterwegs sind, kann man sich vorstellen wie groß da der Einsatz
ist…
Neu ist, dass sich sehr viele Bergsteiger nach Ihrem Gipfelgang aus dem
Lager 2 (6500m) oberhalb des Khumbu-Eisfalles per Hubschrauber ins
Basislager ausfliegen lassen! Noch vor ein paar Jahren hätte dies NICHT
als geglückte Besteigung gegolten… (Diese Bergsteiger haben dann
oftmals eine knappe Stunde Zeit um im Basislager Ihre Taschen zu packen
vor dem es direkt nach Kathmandu geht…)
Sehr beliebt ist auch, nach einer kurzen Akklimatisation am Berg für ein
paar Tage Rast und Erholung nach Kathmandu ins 5-Sterne Hotel zu
fliegen, um sich am Pool zu erholen, vor dem es wieder per Heli ins
Basislager geht und dann direkt in Richtung Gipfel – was natürlich nur
mit dem entsprechenden Sauerstoffeinsatz geht. Die meisten dieser
Bergsteiger sind leider gänzlich unfähig, sich selbst und ohne Hilfe am
Berg zu bewegen, teils können sie nicht mal selbst ihre Steigeisen
anziehen bzw. am Fixseil den Jumard oder den Karabiner von einem Seil
ins nächste umhängen.
Um eine Zahl zu nennen: eine konservative Schäzung geht von mindestens
1000 Heli Starts und Landungen im Basislager im Zeitraum von ca. 8
Wochen aus…
„Big Business“ – was hier abläuft und wo die einschlägigen Veranstalter,
seien Sie westlich oder Nepali – auf Grund der eingesetzten Geldsummen
natürlich keinerlei Riegel vorschieben, ganz im Gegenteil.
In welche Richtung entwickelt sich das Ganze? Nun, das wird sich
natürlich erst zeigen. Ich befürchte, auch aufgrund der steigenden
Massen an Touristen am Berg eine größere Katastrophe, die sich
vielleicht nächstes Jahr oder erst in 15 Jahren ereignen kann, die aber
quasi vorprogrammiert ist. Sollte man den Berg strenger reglementieren,
weniger Permits ausgeben, vielleicht ein „Tourenbuch“ verlangen? Eine
Diskussion auf die ich mich nicht einlassen möchte.
Für uns, Markus und mich, im geringeren Umfang für Noemi und Georg die
uns im Basislager verlassen haben, bleiben einige sehr erlebnisreiche
Wochen unseres Lebens, Erfahrungen die uns niemand mehr nehmen kann,
Erlebtes, dass im Moment des Erlebens nicht immer ganz lustig war, aber
der Blick verklärt sehr rasch und mittlerweile verblassen die Erinnerung
an die ganze Schinderei, an die Kälte, den Wind, die schlechten Nächte
in den Hochlagern und es bleiben im Kopf die großen Erinnerungen übrig,
an das Wetter, die hohen Berge, die Freundschaft mit den Nepalesen und
den Sherpas und den westlichen Bergsteigern, die wir kennenlernen
durften, das Lachen im Basislager, die Ruhe am Berg, die Sonnenauf- und
untergänge…
Zuletzt möchte ich mich nochmals sehr herzlich bei unseren Sponsoren
bedanken, die zu einem großen Teil diese Expedition ermöglich haben bzw.
uns geholfen haben unseren Alltag während der Expedition aber teils auch
schon im Vorfeld zu erleichtern und ebnen! Unter Anderem:
Mc Kinley bzw. Intersport International – die uns wie schon bei
vorherigen Expeditionen mit Hardware ausgestatet hat
P. Jentschura – deren Nahrungsmittel (Wurzelkraft, ) und Basenprodukte
uns schon während des gesamten Trainings begleitet haben
Casio ProTrek – die uns mit ihrer neuen GPS-fähigen Smartwatch WSD-F20
ausgestattet haben, die uns den Weg zum Gipfel selbst im ärgsten Sturm
gewiesen hätten
Sherpa Adventure Gear – mit deren Bergkleidung ich seit Jahren Berge
besteigen darf und die mir auch diesmal wieder beste Dienste geleistet haben
Die Firma Koch Alpin – die mich mit so wichtigen Stöcken ausgestattet hat
Lenz – deren Heizsocken und Handschuhe uns vor Erfrierungen geschützt
haben, wie schon am Manaslu und bei anderen Expeditionen…
Dr. Christian Pegger – in dessen Höhenkammer in Innsbruck ich trainieren
durfte und so meine Höhenakklimatrisierung schon vor dem Abflug beginnen
konnte
Adidas Eyewear – die uns mit optimalen Sonnen- und Skibrillen
ausgestattet hat
Die Firma Blue Ice bzw. Alpine Kompetenz – die uns mit optimalen
Klettergurten und Eispickeln ausgestattet hat
Die Firma Rumpold Fleischwaren – die uns mit bestem Speck ausgestattet
hat und somit unser kleines Basislager im großen EBC zu einem beliebten
Treffpunkt von Touristen und Einheimischen werden ließ 😉
Und noch viele andere, teils kleinere Unterstützer, die ihren Beitrag
geleistet haben und uns geholfen haben, unseren Traum zu leben!
Und natürlich nicht zu vergessen möchte ich mich bei allen bedanken, die
uns mit dem Kauf einer Grußkarte unterstützt haben und somit ebenfalls
einen für uns wichtigen Beitrag geleistet haben! Die Ziehung des
Gewinnspiels wird noch in Kathmandu erfolgen und wir werden die Gewinner
hier, in anonymisierter Form veröffentlichen aber auch direkt
kontaktieren…
Zuletzt möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die unsere Expedition
mitverfolgt haben und teils auch kommentiert haben. Leider konnten wir
auf die einzelnen Kommentare nicht eingehen bzw. antworten, dazu ist die
Satellitenkommunikationstechnologie zu umständlich, teuer und nach wie
vor unzuverlässig, aber wir haben die Kommentare gelesen und uns über
jegliche Unterstützung gefreut!

30.05. Kathmandu

Zum Abschluss der Reise hatte das Wetter doch noch ein Einsehen und Hannes und Markus konnten heute früh wie geplant von Lukla nach Kathmandu fliegen.

Nach einer ersten feinen und auch warmen 🙂 Dusche sind sie schon wieder unterwegs, um die letzten Besorgungen zu machen und alles für die baldige Heimreise zu organisieren.

 

29.05. Lukla

Die Reise neigt sich langsam dem Ende zu. Hannes und Markus sind heute in Lukla angekommen. Am Nachmittag hat es etwas geregnet, aber für morgen ist besseres Wetter angesagt. Sie freuen sich jedenfalls schon auf Kathmandu und hoffen auf Strom und eine „heiße“ Dusche.

28.05. Namche Bazaar

Hannes und Markus sind gut in Namche angekommen. Das Wetter hat sich etwas gebessert, aber leider ist in Namche kein Strom, daher konnten Sie auch keinen weiteren Blogeintrag schreiben. Sie werden am 29.05. weiter bis nach Lukla absteigen und hoffen, dass sie dann möglichst rasch nach Kathmandu fliegen können. Aufgrund des schlechten Wetters der letzten Tag sind hier jedoch einige Trekker gestrandet und hoffen ebenfalls auf gutes Wetter für einen Flug.

Es bleibt also wettertechnisch weiterhin spannend …

27.05. Pangboche

Hannes und Markus sind heute in Richtung Namche aufgebrochen. Bei Schneefall und Regen sind sie bis nach Pangboche abgestiegen und verbringen heute nach knapp einem Monat die erste Nacht in einer Lodge. Etwas Komfort nach dem Zeltleben.

Morgen geht es weiter nach Namche Bazaar.

 

26.05. Letzter Tag im Everest Basislager

Langsam wird es für Hannes und Markus Zeit, die Zelte abzubrechen und sich auf den Weg nach Hause zu machen.

Die Zelte werden trockengelegt…

Die letzten Tage haben Hannes und Markus sicherlich mit etwas Wehmut verbracht. Man hadert mit der Entscheidung und der Tatsache, die Expedition bzw. den Gipfelversuch abgebrochen zu haben. War es die richtige Entscheidung? Waren die Verhältnisse (Wetter, Wind) wirklich so schlecht, alles Fragen, die ihnen durch den Kopf gehen. 

Im Lager 3

 

Aber die Entscheidung ist getroffen und war sicherlich die richtige in diesem Moment!

Nochmals ein großes Dankeschön auch von mir aus dem Clearskies Basislager in Innsbruck für die vielen Kommentare und Wünsche. Es hat den beiden viel Kraft für den Aufstieg gegeben und sie haben sich sehr über die Unterstützung gefreut.

Ich wünsche Hannes und Markus nun einen guten Abstieg in etwas gemütlichere und wärmere Gefilde!

Viele Grüße aus dem sommerlichen Innsbruck,
Astrid

Hier noch ein paar Eindrücke der letzten Tage:

Die ersten Fässer sind schon auf dem Weg …

 

Geburtstagstorte auf 5300m

 

Spaltenquerung im Khumbu Icefall

 

Hannes mit einem der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände – den Heizsocken von Lenz