29.05. Everest Marathon Ultra Trail

Geschafft in 8 Stunden 35 Mintuten!
Everest Ultratrail….der höchste Ultratrail der Welt, 60 Kilometer lang, Start im Everest Basislager auf 5400 Meter Seehöhe, Ziel in Namche Bazar auf 3700 Meter Seehöhe, dazwischen 3800 Meter Abstieg und 2000 Meter Aufstieg in und um 4000 bis 5000 Meter Seehöhe.
Ein Trail Erlebnis am Dach der Welt, vor Superlativen schwer in Worte zu fassen!
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Eigentlich bin ich heute immer noch sprachlos und auch überwältigt von den Eindrücken des Rennen gestern…
…ein Versuch ist es Wert um euch ein wenig davon mitteilen zu können…
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Der Tag begann schon sehr früh, erbarmungslos weckte mich der Wecker, ich hatte super geschlafen, ungewöhnlich vor so einem Rennen. Füsse abkleben, Rennkleidung anziehen, das grösste Hindernis dabei sind immer wieder die Kompressionssocken. So gut sie sind und soviel sie bringen, Fluchen beim Anziehen inklusive…
Das Frühstück bekam ich dann so gegen 4 Uhr serviert. Die Küchenmannschaft von International Mountainguides war extra für mich aufgestanden, echt ein sehr feiner Zug von ihnen.
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Danach das Zelt abgebaut, alles verpackt und los gings die gut 15 Minuten Fußmarsch bis zur Startlinie. Das Wetter hätte besser nicht sein können, blauer Himmel, Temperaturen um 0 Grad, kein Wind.
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Kurz vor 6 Uhr waren wir dann alle startklar, mitten im Basislager des Everest, mitten im ewigen Eis des Khumbu Gletscher, welcher immer wieder furchterregend laute Töne von sich gab!
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Die Gruppe der Gleichgesinnten für den Ultratrail war vergleichsweise zu den Marathonstartern mit nur 18 Teilnehmern doch sehr klein und überschaubar. Aufgeteilt auf 6 Einheimische Nepali und 11 Ausländer gingen wir pünktlich um 6 Uhr alle gemeinsam über die Startlinie. Von Anfang an gaben die Nepali das Tempo vor, extrem schnell für die Seehöhe von 5400 Meter. Anfangs konnte ich die Base noch halten, doch schon bald musste ich der Höhe Tribut zollen und es etwas langsamer angehen. Vor mir nur mehr der Staub der davon ziehenden Einheimischen und hinter mir, ja da war eigentlich niemand mehr zu sehen.
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Und so kam es, dass ich das gesamte Rennen gänzlich alleine absolvierte, wären da nicht meine treuen Helfer aufgeteilt auf die Strecke gewesen. Ich bin noch heute unbeschreiblich dankbar für die Hilfe, die sie mir bei den Labestationen boten, alles war stets bereit und erleichterte mir das Rennleben!
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Kurz unterhalb von Lobuche dann ein erstes Erwachen meinerseits, nur mit viel Glück überstand ich einen kompletten Überschlag meinerseits mitten in das mich dort umgebende Blockgelände. Eine kurze Unachtsamkeit, etwas rutschiger Untergrund und fertig war die gefährliche Mischung. Ich hatte grosses Glück, einzig ein paar grosse Schürfwunden an den Schienbeinen und Knien erinnern mich nun an den Sturz…sicher noch ein paar Tage.
Leichte Übelkeit überkam mich, was machen, einfach weiter bewegen, zuerst nur gehen dann langsames Laufen, nach ein paar Minuten hatte ich die Sache verdaut und ich konnte, zwar leicht angeschlagen, das Rennen wie geplant weiterlaufen.
In Dingboche erwartete mich dann Noemi mit Stefan an der ersten Labestation. Alles wieder aufgefüllt und weiter gings es. Bis nach Pangboche verläuft die Strecke grösstenteils abwärts, doch dann ändert sich das ganze schlagartig. Ein ständiges auf und ab, zwar kurze aber steile Anstiege bringen die Oberschenkel zum Glühen. Zum Glück liegt dieser Teil der Strecke um die 4000 Meter Seehöhe. Die dickere Luft macht die Anstrengung etwas erträglicher, doch lange dauert es nicht und schon kurz hinter Phortse, wo mich Laura und Barbara versorgten, zieht es wieder hinauf bis knapp auf 4600 Meter Seehöhe. Laut Veranstalter der höchste Anstieg der Welt….in einem Trailrennen.
Ganz alleine war ich auf diesem Abschnitt unterwegs, keine Läufer aber auch keine Trekkingtouristen oder Einheimische weit und breit. Die kleine Alm Na La, bzw. die etwas oberhalb liegende Brücke bildete den Wendepunkt um wieder talauswärts und vor allem bergab unterwegs sein zu können. Durch die aufziehende Tagesbewölkung war es nicht so heiß und ich brachte auch diesen langen Anstieg gut hinter mich. Nun endlich wie beschrieben bergab….
Kurz vor der Ortschaft Dole dann wolkenbruchartiger Niedersschlag, anfangs mit Schnee dann nur mehr nasssssssss…
Nichts konnte mich aufhalten, einzig ein etwas schmerzhafter Hintern (…der mit dem Wolf tanzt) erinnern mich heute und warscheinlich auch die nächsten Tage an diese völlig durchnässten Stunden.
Doch auch der heftige Schauer hatte ein Ende und so konnte ich nachdem mich Laura am tiefsten Punkt der Strecke nochmals mit einer Cola versorgte, an den letzten heftigen Anstieg gehen. Ein echt heftiger Anstieg zieht in fast endlos steilen Serpentinen die gut 300 Höhenmeter hinauf. Ein echter Kraftakt im ganz letzten Abschnitt des Rennen. Einer unserer Träger war mir entgegen gekommen und begleitete mich hinauf bis nach MongLa. Dort war nochmals Barabara parat, eine letzte Stärkung und dann waren es noch gut 7 Kilometer die mich vom Ziel trennten. Ich musste angesichts des zum Teil sehr blockingen Steigs nochmals sehr konzentriert ans Werk gehen um nicht nochmals einen Stern zu reißen.
In Sanasa vereint sich die restliche Strecke mit der des Marathon. Auch der Steig wird plötzlich zur Autobahn, Marthonläufer, Trekker,…vorbei die Renneinsamkeit!
Die letzten Kilometer waren dann nur mehr halb so wild, leicht auf und ab, guter Untergrund….auch das Hochgefühl des bald Geschafften beflügeln mich nochmals.
Die letzte Kurve, der erste Blick auf die Häuser von Namche Bazar, kaum in Worte zu fassen was mir in diesem Moment für Gefühle durch den Körper schießen….
Eine letzte Kurve, ein paar rutschige Steine und Schritte und da war sie…..die Ziellinie. Ich hatte es geschafft, nach 8 Stunden und 35 Minuten war ich im Ziel. Als gesamt 5ter der Ultra Strecke und als Sieger der Ausländer d.h. der erste nicht Nepali!
Peter, Noemi und Stefan erwarteten mich im Ziel, Momente der Zufriedenheit, der Ehrfurcht, der Dankbarkeit, ich kann es echt nicht beschreiben. Auch das es Peter wieder gut geht, Freude in allen Gesichtern.
Ein wenig wollte und konnte ich das Treiben im Zielgelände in mich aufsaugen, ehe ich dann im doch sehr angeschlagenen Stil die Stufen hinuntern bis ins Hotel kroch… Die beanspruchten Muskeln ließen mich doch etwas steif in meinen Bewegungen aussehen!
Eine heiße Dusche und eine Massage von Barbara später schaute die Welt beim Abendessen gleich wieder anders aus.
Zwar müde aber mit tiefer Zufriedenheit genoss ich den gemeinsamen Abend mit all meinen Begleitern und irgendwann war es dann aber Zeit fürs Bett!
Geschlafen hab ich zwar nicht nicht viel, in jeder Position zwickte irgendwo ewas, Entspannung schaut anders aus, aber das gehört dazu und nach dem ausgiebigen Frühstück heute genieße ich leicht angeschlagen den Rasttag hier in Nahmche Bazar.
Abschließend möchte ich mir hier  in aller Form bei euch allen fürs DAUMENDRÜCKEN bedanken. Ohne den mentalen Beistand und Unterstützung euerseits wäre diese Ergebnis und einmalige Erlebnis für mich nicht möglich geworden……da bin ich mir ganz sicher!!!
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DANKE und Liebe Grüße aus Nhamche Bazar Nepal!

23.05. Lobuche 4900m

Heute hat uns die Sonne vom stahlbauen Himmel geweckt. Zwar wollten wir sowieso nicht allzuspät aufbrechen, aber mit diesen Voraussetzungen fiel uns das Verlassen des Schlafsack deutlich leichter. Schon vor dem Frühstück konnten wir die herrliche Umgebung hier am Fuße der Ama Dablam genießen. Keine Wolke war weit und breit am Himmel….kein Lüftchen war zu spüren!
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Kurz vor 8 Uhr waren wir schon abmarschbereit und gemeinsam mit unserer Trägermannschaft machten wir uns auf den Weg. Der heutige Wegabschnitt verläuft auf der Hauptverkehrsroute ins Everest Basilager, aber trotz der Wichtigkeit der Verbindung waren kaum andere Trekker unterwegs. Einzig einige Träger, schwerst beladen, waren talauswärts unterwegs. Die BessteigungsSaison für den Everest neigt sich dem Ende, viele Expeditionen sind schon beendet und nun dabei ihre Ausrüstung wieder zurück nach Kathmandu zu bringen. Lasten von 80kg und mehr sind dabei pro Träger keine Seltenheit!
Auch ich nutzte das super Wetter um gemeinsam mit Peter Film und Fotoaufnahmen zu machen. Gegen Mittag erreichten wir Pheriche, eine kurze Rast und weiter ging es taleinwärts bis zum eigentlichen Mittagsrastplatz in Thukla.
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Traumhafte Aussicht (von rechts Thamserku 6608m, Kangtega 6685m, Malangphulang 6573m)
Der Himmel über uns wurde in der Zwischenzeit von dicken Gewitterwolken bedeckt. Auch der Wind hatte kräftig zugelegt und so waren wir froh in einer Lodge das Essen wind und wettergeschützt bekommen zu haben!
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Eine kurzer Graupelschauer, und vorbei war der Spuk schon wieder, mit dem Niederschlag ist dann auch der Wind wieder endgültig eingeschlafen, somit konnten wir auch den letzten Teil des Anstiegs wieder bei guten äußeren Bedingungen  hinter uns bringen und gegen 15:00 Uhr alle die Lodge in Lobuche erreichen.
Heute werden wir die Nacht hier in knapp 4900 Meter Seehöhe verbringen. Angesichts der letzten Woche und unserem Aufenthalt jenseits von 5000 Meter Seehöhe sollte das für keinen von uns ein Höhenproblem darstellen.
Nach dem Frühstück wollen wir dann weiter und höher in die allerletzte Siedlung nach Gorakshep. Die Lodge dort liegt dann mit knapp 5140m doch schon deutlich über der 5000er Marke….und dem Everst ganz ganz nahe…
Die nächsten Tage werde ich dann ganz intensiv für die Höhenakklimatisation und Vorbereitung für das Rennen am Sonntag nützen. Bis jetzt ist alles nach Plan verlaufen, ich fühle mich sehr gut und aus heutiger Sicht sollte dem Start am Sonntag nichst entgegen stehen.
BITTE haltet mir alle die Daumen damit nicht noch irgendwas bis dahin daneben geht….eine Verkühlung oder gar etwas mit der Verdauung wäre jetzt gar nicht gut und absolut kontraproduktiv!
Wir alle grüßen euch Daheim-Gebliebenen und senden euch ganz herzliche Grüße vom Dach der Welt!

22.05. Ruhetag am Fuße der Ama Dablam

Nachdem wir hier gestern gut angekommen sind, haben wir nach den anstrengenden und langen Tagen uns heute für einen Ruhetag entschlossen.
Die Sonam Lodge liegt hier in Pangpoche direkt am Fuße der Ama Dablam, übersetzt heißt das soviel wie Muttergöttin der Berge….
Leider hatten uns die Wolken bis spät am Abend gänzlich die Sicht auf diese wunderschöne Bergshiluette versperrt. Trotz der langen Wegetappe blieben wir länger als zu erwarten den Schlafsäcken fern, und so konnten wir spät am Abend dann doch noch im Licht des Vollmond die ganze Pracht der Ama Dablam genießen. Es ist schon sehr beindruckend welche Kraft dieser Berg ausstrahlt…
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Der Wolkenvorhang schloss sich nach wenigen Minuten und das Schauspiel hatte somit ein jähes Ende. Zeit Schlafen zu gehen….
Heute morgen weckte uns dann ein strahlend blauer Himmel, und schon bald schob sich die Sonne mit ihrer vollen Kraft hinter der Ama Dablam hervor und wärmte unsere Zimmer. Lange hielten wir es somit nicht mehr aus in unseren Schlafsäcken….hinaus in die Sonne, die Berge um uns erstrahlten frisch angeschneit im morgendlichen Sonnenlicht! Die wilde Szenerie hier ganz nah am Dach der Welt ist echt schwer in Worte zu fassen….
Nach dem Frühstück hatte so jeder sein eigenes Tagesprogramm, Wäschewaschen, in der Sonne liegen, lesen….Stefan und Laura machten sich auf den den Weg in 2 Stunden entfernte Basislager der Ama Dablam. Sie wollten dem Bergriesen damit einfach nochmals um ein Stück näher kommen. Aus meinen beiden Expeditionen dort konnte ich das nur allzugut verstehen. Der Platz dort ganz nah unter der Nordwand hat schon was ganz besonderes….
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Peter und Noemi machten einen Abstecher in die Hänge oberhalb der Ortschaft, nur Barbara und ich blieben hier zurück.
Ich hatte den heutigen Sonntag sowieso als absoluten Rasttag eingeplant und so verbrachte ich ihn auch. Regenerieren und Vorbereiten fürs Rennen. In einer Woche ist es dann endlich soweit. Ich hoffe die Vorbereitung und auch die Akklimatisation verläuft weiterhin nach Plan und dann kann ich endlich diesen, meinen Lauftraum in die Tat umsetzen….
Am Nachmittag konnten wir in der Gompa von Pangpoche einer Zeremonie teilhaben. Der Großlama war einige Tage zu Gast, eine sehr besondere Ehrerweisung für die örtliche Bevölkerung. Schön gekleidet, Jung und Alt, alle waren auf den Füßen um dem besonderen Gast ihre Ehre zu erweisen, kleine Gaben wurden übergeben, um den besonderen Segen zu bekommen.
Auch wir ließen uns diese Gelgenheit nicht entgehen und so stellten wir uns ebenfalls in der langen Schlange an, auch wir hatten eine Kleinigkeit zu übergeben und empfangen dafür vom Lama den besonderen Segen….
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Die Zeit an der wir als Zaungäste an der Zeremonie teilnehmen konnten war sehr beindruckend und ließ uns ein wenig in die religiösen Riten der Einheimischen einblicken!
Morgen werden wir von hier wieder weiterziehen nach Lobuche und somit wieder einen Schritt in Richtung Startlinie, dem Everest Basislager kommen. Die Akklimatisation der letzten Tage sollte uns gut auf die Schlafhöhe von 4900 Meter Seehöhe vorbereitet haben…

21.05. Streckenbesichtigung bis nach Pangpoche!

Nach der Nacht in der wunderschönen Lodge von Lakpa in Dragnak ging es heute talauswärts in Richtung Phortse.

Das Wetter hatte sich seit gestern ein wenig verschlechtert, in der Nacht hat es zwar kaum Niederschlag gegeben, dennoch stiegen schon in der Früh die tiefen Wolken das Tal herauf. Sonnige Abschnitte waren heute die absolute Seltenheit, dennoch blieb es den ganzen Tag über trocken und auch die Temperaturen waren beim Gehen sehr angenehm.

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Ich kannte von meinem Trainingslauf den Großteil der Strecke ja schon, dennoch war der Ausblick in der dieses Mal anderen Gehrichtung wieder gänzlich anders… Leider verdeckten die tiefen Wolken und auch zeitweise der Nebel die Aussicht auf die imposanten Gipfel der Umgebung. Dennoch war die Landschaft auf dieser Talseite sehr landwirtschaftlich geprägt. Die Almflächen waren von meterhohen, kilometerlangen und kunstvoll aufgeschlichteten Steinzäunen umgeben. Die Steinhütten darin bieten wohl Mensch und Tier ein gemeinsames Dach über dem Kopf und sollen auf einfache Art und Weise vor den Wetterelementen schützen. Kaum finden sich noch Spuren der Zerstörung vom letztjährigen Erdbeben. So gut wie alles wurde wieder durch die fleissigen Hände der Einheimischen aufgebaut und die Schäden beseitigt!

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Die Strecke heute verlief großteil abwärts, dennoch versteckten sich immer wieder steile Anstiege hinter dem einen oder anderen Hangrücken. Und so kamen trotz Abstieg auf unter 4000 Meter Seehöhe wieder fast 800 Höhenmeter im Aufstieg zusammen.

Die leicht verspätete Mittagsrast verbrachten wir in Phortse, ehe es den Höhenweg folgend taleinwärts in Richtung Pangpoche weiterging. Der Steig schlängelt sich kunstvoll entlang des unheimlich steilen Geländes. Ein Fehltritt würde wohl in einen mehrere hundert Meter tiefen Absturz enden.

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Am späten Nachmittag erreichten wir gemeinsam mit unseren Trägern die Lodge in Pangpoche. Nun befinden wir uns wieder auf der Hauptstrasse ins Everest Basecamp, dennoch haben wir auch hier bis jetzt nur wenige Touristen getroffen. Dies wird sich in den nächsten Tagen warscheinlich ändern… Je näher wir dem Basecamp und auch dem Renntag kommen, umso mehr Gleichgesinnte werden sich in der Nähe und im Everest Basislager zu uns gesellen…

Morgen werden wir von hier einen Tagesausflug in Richtung Ama Dablam Basislager unternehmen. Ich werde den Tag allerdings als Rasttag in der tieferen Seehöhe nützen und nicht mit der Gruppe mitkommen. Übermorgen wollen wir dann wieder alle gemeinsam weiter nach Lobuche ziehen…

20.05. Gokyo Ri – unser erster Gipfelerfolg

Wie geplant sind wir heute in der Früh von Gokyo aufgebrochen in Richtung Gokyo Ri. Das Wetter hatte sich während der Nachtstunden zwar etwas verschlechtert, sogar einige Millimeter (zum Glück) Schnee hat es gegeben. Doch schon beim Frühstück schaffte es die Sonne wieder durch die Wolken… Zwar war der Himmel nicht ganz wolkenfrei, doch das sollte unserem Vorhaben keinen Abbruch tun.

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Im Sonnenlicht stiegen wir den steilen Steig bergauf, immer wieder fielen dabei unsere Blicke in die uns umgebende und unbeschreiblich schöne Berglandschaft. Die Wolken lockerten den tiefblauen Himmel auf und tauchten die Landschaft in eine noch beeindruckendere Kulisse!

Nach knapp 2 Stunden hatten wir alle den höchsten Punkt 5350m des Gokyo Ri erreicht. Leider hatten uns zu dieser Zeit aber auch schon die tiefen Wolken eingehüllt! Den von dort sonst so einzigartigen Blick zum Everest konnten wir darum auch nicht erhaschen…

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Nach einer kurzen Rast und einige Gipfelbilder später befanden wir uns wieder am Abstieg zurück nach Gokyo. Bei Kaffee und Kuchen stärkten wir uns, ehe wir am frühen Nachmittag noch weiter in Richtung Dragnak aufbrachen.

Der Weg dorthin verläuft quer über die Zunge des Ngozumba Gletscher. Eis ist dabei so gut wie keines zu sehen, die gesamte Gletscherzunge ist über und über mit Schutt und Steinen bedeckt. Umso eindrucksvoller ist der Weg durch diese Steinwüste hier mitten im Solu Khumbu.

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Die Querung dauerte aufgrund des ständigen Auf und Ab über eine Stunde, ehe man von einem Augenblick auf den anderen sich in einer ganz anderen Landschaft wiederfindet. Die Almlandschaft mit grasenden Yaks beginnt genau am höchsten Punkt der Seitenmoräne, messerscharf ist die Grenze zwischen Eis und Steinwüste und landwirtschaftlich genutzter Weide!

Wir steigen entlang der Moräne ab bis zur kleinen Siedlung Dragnag. In der Lodge von Lakpa Sherpa (viele kennen ihn von der Adlersruhe am Grossglockner) beziehen wir unser Nachtquartier. Schon einige hundert Meter oberhalb kam uns Peter entgegen. Er hatte sich wieder einigermassen erholt und konnte heute hierher aufsteigen. Somit sind wir wieder komplett und froh, dass es ihm besser geht.

Bei einem Stamperl Salzburger Mozartlikör wurde auf unseren Besuch bei ihm angestoßen… Mitgebrachter Speck und Schüttelbrot machten die ganze Sache perfekt!

Morgen wollen wir entlang des Höhenwegs talauswärts über Phortse bis nach Phangpoche. Wenn es das Wetter zulässt, sollte dieser Wegabschnitt wieder wunderschöne Ausblicke ermöglichen.

Allen geht es seht gut und wir sind echt stolz nach dieser kurzen Zeit der Akklimatisation schon den ersten 5000er ohne Probleme geschafft zu haben. Wir grüssen euch alle zu Hause von diesem schönen Flecken Erde hier im Solu Khumbu… Danke fürs Daumendrücken und die guten Wünsche!

20.05. Everest Marathon mit Markus Amon

Während Georg und Hannes im Kaukasus den höchsten Berg Europas bestiegen haben, ist Markus mit einer Gruppe in Nepal unterwegs.

Nach guter Akklimatisierung wird Markus am 29. Mai 2016 den höchsten Marathon der Welt in Angriff nehmen – und zwar die Everest-Extreme-Ultra Trail-Variante mit 60 km.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die bisherigen Ereignisse. Ab morgen werden wir dann die täglichen Berichte von Markus auf unserem Blog posten….

Die Gruppe ist wie geplant am 14. Mai in Kathmandu gelandet und wollte bereits am nächsten Tag weiter nach Lukla. Leider machte Ihnen das Wetter am nächsten Morgen einen Strich durch die Rechnung und der Flug nach Luka wurde nach längerer Verzögerung abgesagt. Markus und seine Reisegefährten, die ihn bei der Akklimatisierung für den Everest-Marathon begleiten, zögerten nicht lange und organisierten einen Hubschrauberflug ins Solr-Khumbu.

So konnten Sie am 15. Mai später aber doch noch die geplante Etappe in Angriff nehmen.

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Am darauffolgenden Tag stand für Markus bereits ein erster Trainingslauf am Programm. Während die Gruppe in der Früh nach Namche Bazar aufbrach, folgte er ihnen etwas später im wahrsten Sinne des Wortes im „Laufschritt“.

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Nach 2 Akklimatisierungstagen in Namche brach die Gruppe zunächst nach Dole und anschließend weiter nach Gokyo auf. Markus nutzte die einzelnen Etappen, um weitere Trainingsläufe zu absolvieren….

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Markus und sein Team auf dem Weg nach Gokyo.

Einen ausführlichen Bericht zu den bisherigen Tagen findet ihr auf www.markus-amon.at

20.05. Gipfelbericht

Heute sind wir wieder um 0300 aufgestanden, um uns für unseren heutigen Gipfelgang vorzubereiten.
Der Wetterbericht hatte für heute wirklich das richtige Wetter vorhergesagt: schon um 0300 konnte man sehen, dass uns heute ein herrlicher Gipfeltag erwarten würde!
Um 0400 ist dann auch pünktlich unser Ratrac angekommen. Schnell mit der ganzen Ausrüstung aufgesprungen und los ging es durch den herrlichen Neuschnee, der gestern gefallen war.
Innerhalb von ca. 20 Minuten waren wir dann schon an unserem ersten Ziel, den Pastukov Felsen. Sicherlich eine große Abkürzung, aber die Anstrengungen der letzten Tage hatten schon ihren Tribut gefördert und so waren alle froh, heute einen verkürzten Gipfelgang anzugehen.
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Wir sind auch gleich mit Steigeisen los, die Ski am Rucksack befestigt, da wir ja vom Gipfel abfahren wollten.
Mehr oder weniger Zeitgleich sicherlich 70-80 weitere Gipfelaspiranten, die sich für heute vorbereitet hatten.
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Wir kamen schnell voran, und schon nach nur 2,5 Stunden stand ich mit der ersten Gruppe am Sattel zwischen West und Ostgipfel.
Nach ein paar Minuten sahen wir auch unseren Bergführer Georg zu uns stoßen, der allerdings am Sattel noch auf Matt und Markus warten wollte, die etwas langsamer waren.
Ich selbst ging dann mit Stephan, Heli, HP und Dani weiter Richtung Gipfel. Eigentlich hatten wir ja nur mehr den langen Gipfelhang zu bewältigen und um 0845 standen wir dann, nach knapp über 4 Stunden Aufstiegszeit, am höchsten Punkt des Elbrus, auf 5642 Meter.
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Ein unglaubliches Panorama über den Kaukasus, toller Fernsicht und keine Wolke am Himmel!
Noch dazu hatten wir die ersten Minuten den Gipfel nur für uns, da fast alle weiteren Gipfelaspiranten hinter uns waren…
Wahrlich ein tolles und erhabenes Gefühl, am höchsten Punkt des europäischen Kontinentes zu stehen!
Selbst wenn wir den Aufstieg verkürzt haben, so war es doch für den einen oder anderen von uns ein Kampf!
Nach wohl einer halben Stunde am Gipfel haben wir fünf dann beschloßen abzufahren. Bald konnten wir auch Georg und Matt, am oberen Ende des Gipfelhanges sehen. Schnelle Gratulation und es ging die steile Flanke abwärts, durch den gestern erst gefallenen Neuschnee.
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Die Abfahrt war teilweise etwas schwierig, da der windverblasene Neuschnee auf Blankeis lag und somit das Abfahren etwas gewöhnungsbedürftig.
Aber schon um ca. 1030 waren wir wieder unten bei unserer LeapRus hütte, wo wir zur Feier des Tages mit Krimsekt und Kaviar empfangen wurden…
Nun sind wir für unsere letze Nacht wieder in Cheget, in unserem Hotel untergebracht. Bald geht es zum Abendessen und somit neigt sich eine erfolgreiche Reise und Bergtour ihrem Ende zu.
Morgen geht es zeitig retour nach Mineralnye Vodi, von wo aus wir über Moskau heimfliegen werden.
Viele Grüße aus Russland!
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